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Kontroll- und Inspektionsreise + Consulatscongress vom 6. - 12. Mai 2002 in den Zagros-Bergen im Tal der schönsten Ghasghai-Frauen
Wir waren auf großer Fars-Tour:
Martin Ehniss und Heiko Lorenz vom Teppichhaus Ehniss in Nagold
Jürgen Hamm, Firma Jowa Mannheim
Antonio (Toni) Da Silva, von Teppichhaus Hasser, Aarau/Schweiz
Jochen Kehl, von Dörr-Heimtex in Ludwigshafen
Christian Schläppi vom Teppichhaus Schläppi in Thun/Schweiz
Walter Schwerdfeger Teppichforum Siegen mit
Henrich Schleifenbaum als neutraler Beobachter
Rudi Nyhues und Timo Holthoff vom Teppichhaus Nyhues Rheine/Osnabrück
Holger Feuring vom Teppichhaus Feuring in Nienburg
Thomas Michel - Teppich Michel - Wiesbaden
Jürgen Hömske - Chefredakteur der Heimtex und
Clemens-August Spiekermann - Consualt des Teppichs - Herten als Reiseleiter

Auf der letzten Leistungsschau der Zürcher-Freilagergemeinschaft, auf der wir unseren Herbstcongress durchführten kam die Idee auf, im Frühjahr des Jahres 2002 in die Zagros-Berge zu reisen um dort in Verbindung mit der notwendigen Kontroll- und Inspektionsreise die Weichen für den Herbst 2002 und das Frühjahr 2003 zu stellen.

Während meiner Februar-Reise konnte ich die Vorbereitungen treffen und so starteten am 6. Mai 14 Teilnehmer zu einer außerordentlich interessanten Iran-Reise.

Nach einem guten Flug landeten wir pünktlich in Teheran und wurden am Flughafen abgeholt. Das Lahleh-Hotel bot uns für wenige Stunden Schlaf und schon am Morgen ging es um 05.30 Uhr wieder zum Flughafen um mit einer bis auf den letzten Platz besetzten Maschine in Richtung Schiraz zu fliegen. Im Homa-Hotel konnten wir unser Gepäck deponieren um dann mit den Landrovern/Jeeps in Richtung Zagros-Berge zu fahren, um Lisa und das Baby zu suchen.
Auf dem Weg mussten wir ein Militärlager passieren und es wurde scharf geschossen.Das, was wir in den letzten Jahren schon feststellen konnten, war hier böse Realität für unsere Nomaden geworden. Wo noch 2001 reine Nomadenlagerplätze
waren, waren jetzt bereits Feldbestellungen erfolgt und so der Lebensraum für unsere Nomaden zerstört. Mitten durch das Nomadenlagergebiet wurde eine neue Straße gebaut und schon war direkt an dieser Straße das 1. neue Dorf entstanden. Ein Großteil des Lebensraumes ist hier vernichtet.
Unsere kleine Regenbogenknoten®-Schule war bald gefunden. Das provisorische kleine Haus war durch einen Neubau erweitert und wir trafen 15 Schüler/innen der Klassen 1 - 5 an, die sich auf unseren Besuch gefreut hatten. Wir haben die Kindern eine Menge Schulmaterial übergeben können und nach kurzen Aufenthalt unsere Fahrt fortgesetzt. Sollte sich unsere Sippe um Lisa hier weiterhin zur Sommerweide einfinden werden wir diese Schule ab 2003 100% in unsere Unterstützungsarbeit einbeziehen.
Bald war auch unsere Sippe gefunden, die direkt an der neu in Bau befindlichen Straße lagerte. Die große Dromedarherde war schon weithin sichtbar. Lisa mit einem bunten Band geschmückt ließ uns aber nicht zu nahe kommen. Leider war das im Februar geborene Baby nach wenigen Tagen eingegangen, schade, gerne hätten wir es gesehen. Aber zum Trost wurde uns berichtet, dass Lisa schon wieder ein neues Junges austrägt und so bleibt die Hoffnung, dass wir 2003 den Nachwuchs begrüßen können.

Unsere Freude begrüßten uns herzlich und die Kollegen (die das 1. mal dabei waren) konnten so einen guten Eindruck von der Lebensweise der Nomadenbekommen. Auf einem Knüpfstuhl war wieder ein schönes Stück in Arbeit und wir machten es uns im Zelt gemütlich um viele Dinge zu diskutieren.
Die alte Mutter unserer Freunde war auch wieder anwesend und wir wünschen ihr noch ein langes Leben. Gegen Mittag wurde uns ein fantastisches Mittagessen serviert und zunächst zögerlich (können wir das essen ?) langten alle kräftig zu.Leider werden Dromedar-Herden immer weniger und in den letzten Jahren konnten wir kaum noch Dromedare antreffen - diese sind durch die LKW verdrängt. Schade, aber freuen wir uns darüber, dass wir Freunde haben, die noch über eine Dromedarherde verfügen. Irgendwann einmal wird es sicherlich ergeben einen Teil der Wegstrecke zu Fuß mit unseren Freunden zu gehen. Wer daran Interesse hat, kann sich ja mal melden.
Nach dem wir den Betreuungslohn für Lisa für das Jahr 2001 bezahlt hatten machten wir uns wieder auf den Rückweg. Auf der Fahrt entdeckten wir ein blaues Wildblumenfeld, welches wir für die neuen Farbkombinationen und für Fotozwecke einfangen konnten.
Am frühen Abend ging es dann zum Basar in Schiraz, der alle Mitreisenden begeisterte. Da wir hierhin nicht zurück kommen konnten, wurden die ersten Mitbringsel (Gewürze & Co) eingekauft. Müdigkeit machte sich breit und nach einen guten Abendessen waren alle froh, zu Bett gehen zu können.Gegen 06.00 Uhr früh (mit der üblichen Verzögerung) ging es los in die Zagros-Berge. Mit einer Truppe von 4 Fahrzeugen waren unsere Freunde gekommen.
Nach 1 Stunde Fahrt konnten wir feststellen, dass es viel Regen gebeben hatte und die Berge war alle in ein zartes grün getaucht. Ergebnis dieser guten Nachricht, es waren kaum Nomaden unterwegs, weil dieses es sich in diesem Jahr ersparen konnten, weit in den Norden zu wandern. So werden diese Nomaden erst später die eigentlichen Sommerweiden erreichen.
Einige Nomadensippen hatten sich im Gegensatz im Vorjahr verstärkt und lagerten ebenfalls an der nunmehr bereits befestigen Bergstrasse. Schnell fanden wir unseren bewährten Lagerplatz wieder zum Frühstück; Melone, Käse, Tee und Brot. Dieser Ratplatz wird offensichtlich auch von zahlreichen Schulklassen der Umgebung besucht und so kamen etliche Schulklassen um am nahen Fluss ein Picknick zu machen.Weiter fuhren wir in Richtung Berge um nach einer guten Stunde unsere Freunde zu treffen, mit denen wir dann unsere Kontroll- und Findungsreise beginnen konnten. Mitgebrachte Kugelschreiben führten kurzerhand zu einem kleine Chaos, denn jeder der Kinder wollte unbedingt einen Kugelschreiber haben. Also für die nächste Reise werden große Mengen Kugelschreiben gekauft, die wohl ein kleines Statussymbol sind.Erste Halbnomaden wurden besucht und die Teppiche auf den Knüpfstühlen besichtigt. Diese Reise war so angelegt, dass wir erst einmal die Knüpfstühle aufsuchen wollten, auf denen unsere Aufträge aus dem Herbst und Frühjahr in Arbeit waren. Deutlich wurde bereits hier der Unterschied zwischen der
Normal-Ware und unserer Auftragsfertigung, die kontrolliert und überwacht wird und somit in wesentlich besserer Gesamtkonstruktion geliefert wird.Den Knüpferinnen, die gut gearbeitet hatten wurde jeweils ein kleiner Betrag zusätzlich überreicht um sie zu ermuntern, auch weiterhin für uns so gut zu arbeiten.Haus für Haus, Ort für Ort wurde besucht und wir konnten (mit wenigen Ausnahmen) zufrieden feststellen, dass die in Arbeit befindlichen Teppiche einen sehr guten Qualitätsstandart aufwiesen. Dort wo es etwas zu beanstanden gab, wurde dies gleich mit den Knüpferinnen vor Ort diskutiert.
Auf der weiteren Reise konnten sich alle davon überzeugen, wie der Anbau von Weinreben immer weiter fortschreitet und unser Schiraz-Consulatswein wird uns auch weiterhin zur Verfügung stehen.

Alsbald war ein hoher Pass passiert und wir erreichten die eigentliche Hochebene unserer Nomaden. Auch hier grünte und blühte es in voller Pracht, die Berge hatten immer noch kleine Schneekappen. Für die erstmals mitreisenden Freunde waren es gewaltige Eindrücke, die gewonnen wurden, vor allen Dingen unter welchen Lebensumständen unsere Freunde hier leben.Der Begriff 12/4 haus wurde hier deutlich, denn in vielen Häusern füllte der Knüpfstuhl jeweils den ganzen Raum aus. Auch konnten die Kollegen aus eigener Anschauung das typische Leben der Halbnomaden kennenlernen, die das Zelt mit der Haus getauscht haben.
Wir waren übereinstimmend der Meinung, dass das Leben der Nomaden - aus unserer eingeschränkten Sicht" doch besser sei. Aber für die Nomaden ist es wohl doch erst einmal erstrebenswert sesshaft zu werden. Deshalb ist es eine unserer Aufgaben, die Stellung der Wandernomaden in der Gesellschaft zuverbessern, soweit uns dies durch unsere Arbeit überhaupt möglich ist.Hier in den Bergen, im Tal der schönsten Ghasghai-Frauen, wurde noch einmal deutlich mit welchen Pfand wir im Handel eigentlich wuchern können. Kein anderer Marktbeteiligter ist in der Lage, so authentisch echt und durch eigene Beziehung zu den Knüpferinnen den Nachweis der Seriosität erbringen zu können. Nur wer diese Sache nicht nutzt, hat nicht begriffen, welches Kapital in unserer Arbeit steckt.

Ein außergewöhnliches Mittagessen wurde uns im Hause in unseres Distriktleiters präsentiert und stelle die Mägen vor große Aufgaben, dass alles zu bewältigen. Die Familie freute sich über die mitgebrachten Bilder der letzten Reise, die immer wieder heißbegehrt sind. Immer wieder bat man uns Fotos zu machen, denn dazu gibt es sonst kaum Gelegenheit. Die Mittagshitze war zu groß um die Reise sofort fortzusetzen und so gab es erst einmal eine Mittagsruhe bis wir wieder aufbrachen um am Nachmittag in
das Dorf der schönsten Ghasghai-Frauen zu fahren. Hier fanden wir fantastische "Findlinge® und Bodenschätze® die wir im Herbst dieses Jahres dann für die Arbeitsgemeinschaft präsentieren könnten. Wir hatten wir der Reise darum gebeten, die Nacht bei den Nomaden in den Bergen verbringen zu können. Dies war nicht zu realisieren, weil die dafür geeigneten Nomadenfamilien noch nicht auf der Höhe angekommen waren, aber man entschädigte uns auf andere Weise.Es wurde Zeit in das Hochgebirge aufzubrechen, weil wir uns vorgenommen hatten, in den Bergen zu schlafen. Ein Teil unserer Freunde war vorausgefahren um ein Lager vorzubereiten und das Lagerfeuer brannte schon. Junge Musiker/Sänger aus dem Dorf begleiteten uns.
Für viele war es ein völlig unerwartetes Erlebnis. Die Glut des Lagerfeuers war schnell zu einem Grill fertig und eine junge Ziege wurde zerteilt, auf Spieße verteilt und nach dem Grill als köstliches Mahl serviert. Natürlich gab es die erforderlichen Getränke und alsbald war es eine fröhliche Internationale Runde.

Hamid stellte dann die alles entscheidende Frage " wollt Ihr wirklich hier draußen in den Bergen schlafen?" Für uns gab es gar keine Alternative. Die Schlafsäcke wurden bereitet, Decken ausgelegt und erst einmal eine Runde bereitet, damit alle einen guten Schlafplatz hatten. Es war schon ein komischer Anblick. 20 Männer lagen in Schlafsäcken eingehüllt in der freien Natur. Da es in den Bergen schnell dunkel wird konnten alle Teilnehmer dann feststellen, was zu unseren "Findlingen® Sternenhimmel über uns" geführt hatte. Die Sterne waren zum Greifen nah.Eine Nachtwache wurde aufgestellt, die uns vor unliebsamen Überraschungen schützen sollte, denn Wölfe und Füchse sind durchaus auch in dieser Gegend unterwegs, wie wir ja vor Jahren selbst auf einer Nachtfahrt erlebt haben. Die Nacht wurde empfindlich kalt und gegen 06.00 Uhr früh war der Schlaf vorbei. Alle kletterten aus den Schlafsäcken um sich am Morgenfeuer
zu wärmen - zuvor musste aber erst einmal neues Brennmaterial gesammelt werden. Wir kamen uns vor wie wandernde Nomaden und merkten wie mühsam es ist, in den Bergen ohne Bäume Brennmaterial zu finden.Wir haben dann das Lager wieder zusammengeräumt, unsere Spuren beseitigt und das restliche Wasser in die Wasserstelle für die Vögel gegeben, die davon noch längere Zeit trinken werden, denn der Lagerplatz ist ein alter Platz der Vorfahren unserer Begleiter, deren Familien vor 20 Jahren die Wanderung aufgegeben haben und die Sorge um die Tiere war eine wichtige Sache.Zurück im Hause unseres Distriktleiters zum Frühstück, denn für eine so große Gruppe wäre es zu aufwendig gewesen, dass Frühstück in den Bergen zu bereiten.
Die ungewohnte Schlafhaltung steckte uns doch in den Knochen. Die Sonne brannte schon als wir aufbrachen zum Hochplateau unserer Wandernomaden, wo wir das neue Projekt " Black- Tent®" aus der Taufe heben wollten.

Zuvor besuchten wir einen Lagerplatz von Wandernomaden, die gerade damit beschäftigt waren, die Schafe nach dem Winter zu scheren. Hier konnten wir demonstrieren, welche Grundwolle für unsere neue Serie " Black-Tent® - KIRKUHALI©-Natur verwenden wollen. Kaum einer kannte die mühsame Art der Schafschur, denn was in Neuseeland praktiziert wird, ist hier unbekannt. Mit Handscheren wird geschoren, mühsam, mühsam. Auch den Unterschied von Winterwolle/Sommerwolle konnten wir hier verdeutlichen.
Immer wieder sahen wir auch Frauen, die mit der Handspindel beschäftigt waren, um aus dem Vlies die beste Wolle für unsere Produkte zu spinnen. Die Arbeitsmethode dieser Frauen unterscheidet sich eben völlig von allen anderen Spinnmethoden.
Wir hatten Glück. Eine große Nomadensippe querte dieses Lager mit rund 1000 Schafen und Ziegen auf dem Weg zur Sommerweide.Weitere tolle Findlinge® bekamen wir sehen und dann machten wir uns auf den Weg zur Präsentation der neuen Consulatsidee " Original Black-Tent®-Regenbogenknoten-Kollektion".Welche Idee liegt diesem neuen Projekt zu Grunde. Die auf dem Hochplateau lebenden Nomaden (während des Sommers) sind bitterarm. Durch unsere Unterstützung, die darin begründet liegt, dass sie für
uns während des Sommerlagers jeweils einen Teppich produzieren können, wollen wir Ihnen helfen, den Lebensstandard zu verbessern. Wir wollen auf diesem Plateau mit rund 100 Nomadenfamilien eine neue Produktion aufbauen, die aus besonders gestalteten Teppichen der Serie KARIMHALI®, JANIHALI® und Kirkuhali®-Natur® bestehen wird. Die Kollegen wurden die im vorigen Jahr hier auf dem Plateau entstandenen Stücke vorgeführt und die Idee vorgestellt. Jedes Haus innerhalb des CONSULAT DES TEPPICHS® kann so individuell 2-3 Familien betreuen und in absoluter Identität seine eigenen Teppiche dem Verbraucher vorstellen.

Hier suchen wir zur Zeit die Unterstützung der GTZ in Bonn um diesem Projekt zum Durchbruch zu verhelfen, denn für das CONSULAT DES TEPPICHS® allein wird das Projekt nicht zu finanzieren sein, zumal wir hier eine völlig neue Struktur aufbauen und die Nomaden wieder zur Teppichknüpfung zurückführen müssen..Wie immer wenn wir in diese Region fahren begleitet uns ein Freund aus Teheran, der seine ärztliche Ausbildung beendet hat, um bei den Wandernomaden ein wenig die gesundheitlichen Probleme zu untersuchen. Noch einmal wurde uns bestätigt, dass entgegen mancher Auffassung, die Nomaden keinerlei ärztliche Versorgung bekommen. Das Schicksal dieser Menschen hat den Berichterstatter noch einmal innerlich sehr aufgewühlt und seinen Wunsch nach direkterHilfe für diese Menschen verstärkt. Sollte unser Projekt " Black Tent®" starten, werden wir zur nächsten Reise im Frühjahr 2003 einige Tage zusätzlich dort verbringen und 1 oder 2 Ärzte auf unsere Kosten verpflichten uns zu begleiten um die gesundheitliche Vorsorge zu verbessern. Dieser Besuch soll dann
jeweils zu Beginn und zum Ende des Sommerlagers erfolgen. Einmal um die Probleme des Winters zu beheben und dann wiederum für den Winter Vorsorge zu tragen.

Also diesem Projekt kommt unmittelbare Bedeutung zu und auf den im Herbst stattfindenden Kulturwochen für Kreativität und Design wird dieses Anliegen auch den Verbrauchern vorgestellt.Wir wurden anschließend wie in einer großen Familie betreut und was ungewöhnlich ist, setzten sich die Frauen mit (wenn auch in eine Ecke) in unsere Runde und freuten sich über unseren Besuch. Nach kurzem Zögern waren Sie auch bereit, sich mit uns fotografieren zu lassen. Wir gaben Ihnen einige Geld-Mittel zur Unterstützung und mussten uns dann am späten Nachmittag von diesen Freunden verabschieden, denn es kaum ein Unwetter und Sandsturm auf.

Wir waren mit insgesamt 5 Fahrzeugen unterwegs und das Auto des Berichterstatters fuhr zuletzt. Wir hatten Abstand zwischen den Fahrzeugen gelassen um dem Sand zu entgehen. Als wir um eine der letzten Berge kamen blieb das Hertz desBerichterstatters fast stehen.Ein Pickup stand fast senkrecht in einem Loch. Wenn auch keine direkte Fürsorgepflicht für die mitreisenden Kollegen, so war doch die erste Reaktion
"hoffentlich ist keiner schwer verletzt". Wir hatten noch gut 500 Meter zu fahren und konnten nur undeutlich erkennen, was denn eigentlich los war. Gott sei Dank, niemand war verletzt. Unter dem Fahrzeug war plötzlich der Boden weggesackt und ein rund 1 Meter tiefes Loch entstanden von der Größe ca. 2 x 2 m.

Erst einmal Luft holen. Miteinander und unter Hilfe eines Allradfahrzeuges zogen wir das Auto dann aus diesem Loch, es war außer Blech und einer Lampenicht kaputt konnten wir dann die Rückreise nach Schiraz antreten. Das Wetter verschlechterte sich zusehend und es gab ein Gewitter mit viel Regen.Auf der Rückfahrt mussten wir eine Zwangspause einlegen, denn am Pass war ein großes Bergstück abgerutscht und die Straße musste erst geräumt werden. Nach gut 2 1/2 Stunden erreichten wir Schiraz, wo unsere Fahrer froh waren, dass diese Reise das Ende gefunden hatte, zumal auch den Fahrern die Nacht in den Bergen wohl in den Knochen steckte. Wir verabschiedeten unsere Freunde und versprachen wiederzukommen um vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Am Abend waren wir in das Haus von Hadjji Zollanvari eingeladen, wo wir die persische Gastfreundschaft wieder in vollen Zügen genießen konnten.Freitag - Sonntag im Iran - hatten wir Zeit private Dinge zu unternehmen. Gegen Mittag brachen wir dann auf, die Färberei zu besuchen, denn auch das gehört jeweils zu unseren Reisen, denn nichts wird verschwiegen und alle Mitreisenden sollen jeweils alle Einzelheiten unserer Produktion sehen.Ein unruhiger Flug ging von Schiraz nach Teheran wo wir nach einem Abendessen in einen tiefen Schlaf fielen.Der Samstag war wieder ein Feiertag und so machten wir uns auf den Weg in die Wäscherei. Unsere dortigen Arbeiter waren extra für uns bei der Arbeitund es gab einen umfassenden Überblick über die Geheimnisse der besten Wäsche für die besten Teppiche.
Am Nachmittag waren wir dann im Basislager und legten unseren Freunde alle die Stücke vor, die in den letzten Monaten produziert worden waren. Auch die Teppiche der Herbst- und Frühjahrsreise, die jetzt fertig waren wurden vorgelegt. Die ersten Teppiche der neuen Kollektion ILKHAN_HALI©-Classic
konnten auch schon begutachtet werden. Diese Teppiche werden den Mitgliedern unserer Gemeinschaft erhebliche Vorteile bringen.Wäre doch die Konjunktur in Deutschland nur besser, gerne hätten alle die doppelte Menge absortiert aber Vernunft musste walten.Karimhali®, Eramhali®, Janihali®, Kirkuhali®, Susahli® fanden großen Zuspruch. Auch einige Stücke unserer neuen Kollektion Gengishali®,
(Knüpfung auf Vertikal-Stühlen mit extrem fein ausgesponnener Wolle) fanden guten Zuspruch. Also wir können diesen Weg weitergehen und alle freuen sich auf den Herbst, wenn erstmals die neue Kollektion vorgestellt wird.

Eine erlebnisreiche Reise endete mit einem Abendessen in einem neuen Privat-Hotel, wo wir den Unterschied zwischen staatlichem Hotel und Privatmehr als angenehm empfanden. Es gibt wieder eine neue Adresse für unsere Reise.Herzlich verabschiedeten wir uns von unseren Freunden, denen wir eine tolle Woche zu verdanken hatten, denn ohne Hilfe vor Ort ist das alles nicht möglich. Wir werden sie durch neue Aufträge in der Arbeit vor Ort unterstützten.Nach kurzer Nacht ging es am nächsten Morgen mit Iran-Air zurück nach Hamburg, wo wir gleich wieder mit den Problemen der Deutschen Bundesbahnkonfrontiert wurden.

Diese Reise war ein voller Erfolg. Zwei neue Kollegen werden zur Arbeitsgemeinschaft CONSULAT DES TEPPICHS® dazustoßen und so können wir alle guten Mutes unsereArbeit gegen die Orgie an Betrug fortsetzen.