[Aktuell]
News
 
[Allgemein]
Produkte
Partner
Reiseangebote
Reiseberichte
Wein
 
[Shop]
DirektShop(in Kürze)
Kontakt
 
[Bilder]
 

 













































 



































































































Sternstunden 2004 Bildergalerie

Sternstunden im wahrsten Sinne des Wortes haben wir auf den diesjährigen Frühjahrsreisen zu unseren Freunden im Süd-Iran erlebt.
Insgesamt 15 Kollegen/innen begeleiteten mich auf 2 Reisen – März und Mai.
Zunächst ging es in den Süden, ganz weit weg von der Zivilisation, wo wir unsere Freunde, die Bahluljs gefunden haben.

Dort – im heißen Süden, wo es bis zu 50 und mehr Grad heiß wird im Sommer – hat der Staat versucht, den Nomaden Häuser zur Sesshaftwerdung anzubieten – leider (ich sage Gott sei Dank) haben die Nomaden das Angebot abgelehnt und wandern weiter durch das weite Land, immer auf der Suche nach saftigen Weiden für die Tiere. Dadurch ist der Ideen-Nachschub für unsere Findlinge® und Bodenschätze© weitgehend sichergestellt.
Ein Nomadenlager am Wegesrand mit einem Schulzelt – der beste Beweis für eine Grundversorgung in der in der schulischen Versorgung.
Wasser – Quelle allen Lebens - steht Ihnen in dieser Region ausreichend zur Verfügung. Ihr Leben in der freien Natur spiegelt sich in ihrer Freundlichkeit und einer ganz besonders farbintensiven Kleidung wieder und was für uns natürlich besonders wichtig ist, in den schönsten Findlingen® der ganz besonderen Art.

Als ich vor 2 Jahren erstmals in dieser Gegend war, war ich der 1. Europäer, gar Ausländer, der jemals seinen Fuß hierher hatte setzen können. Dafür war und bin ich besonders dankbar.Unsere Qualität „SARIHALI©“, an dieser Stelle vor 2 Jahren geboren, hat sich zu einem Nischenartikel der ganz besonderen Art entwickelt. Die Vielfarbigkeit – kein Alltagsartikel – ist hier von ausschlaggebender Bedeutung. Überwiegend „Nomadenmaße“ sind in der Produktion und kommen Stück für Stück zu uns. Für uns war schon im März die Temperatur einfach zu hoch und mehrere Tage hätten wir es dort nicht aushalten können.Der ganze Segen der Bahluljs wird den Teppichen durch eine kurze Wäsche in Fließendwasser mitgegeben – ein besonderes Geheimnis, auf das wir besonders stolz sind.

Im Norden – den Zagros-Bergen – war es noch sehr kalt – ein völliger Gegensatz. Es war wenige Tage vor Nouruz und so konnten wir eine Fülle von fertigen Teppichen die für uns in Arbeit waren von den Stühlen herunternehmen – immer ein besonderes Erlebnis. Überrascht waren wir in einem Haus, als wir den Titelteppich für unsere Herbstwerbung von Knüpfstuhl heruntergenommen hatten – unterhalb des Teppichs hatten sich im gleichen Muster die Farbverläufe des Original-Teppichs angesammelt –also fast ein Zweitstück. Wir konnten besonders nah erleben, wie wichtig der richtige Handhabung des Abschneidens eines Teppichs vom Stuhl ist – nicht glatt und durch, sondern nach ganz besonderer Methode. Freundlich wurden wir aufgenommen und schon traditionell gingen wir zu einem Abendpicknick in der Berge, wo wir wieder einmal einen Sternenhimmel erleben durften, wie wir ihn in Europa wohl nur noch hoch im Gebirge erleben können. Hier, wo kein Licht den Blick stört, war einstmals unser Motiv „Sternenhimmel“ entstanden und spontan verabredeten wir, dass wir einen neuen Sternenhimmel produzieren lassen werden. Das, was sich über die letzten Monate an Findlingen® angesammelt hatte, konnten wir nach einem Abstecher nach Isfahan, wo wir eine neue Knüpfidee auf den Stühlen bewerten konnten, in Teheran begutachten, absortieren und eine erste Selektion für den Herbstprospekt 2005 in Angriff nehmen.

Nach 10 Tagen ging eine erfolgreiche Reise zu Ende. Unsere Freunde aus Luxemburg, Belgien und Deutschland hatten das, gefunden, was sie gesucht hatten. Gestärkt mit neuen Ideen und Eindrücken ging es zurück an die harte Alltagsarbeit.
6 Wochen später – nach den Nouruz-Fest ging es wieder los – diesmal mit einer Deutsch/Schweizerischen Kollegengruppe.

Nach der Ankunft in Shiraz – eigentlich immer erst eine Fahrt zu unserem Dromedar LISA – mussten wir umdisponieren, weil die Pflegefamilie von LISA sesshaft geworden ist und die Wanderung aufgegeben hat. Es war uns nicht gelungen, den Aufenthalt von LISA (sofern sie denn noch leben sollte) ausfindig zu machen. Also widmeten wir uns am ersten Tag der Kultur und der Färberei, um uns die Geheimnisse des Erfolges unserer Findlinge® vor Augen zu führen.

Erstmals konnten wir die Indigo-Färberei erleben und so sehen, welche Geheimnisse in der Kunst des Naturfärbens liegen. Nach einer guten Nacht ging es dann auf in die Berge des Zagros. Hier erlebten wir eine Situation, die zu befürchten gewesen war. Nach gut 2 Stunden Fahrt machten wir Rast an einem Platz, der uns jährlich aufnimmt. Inder direkten Nähe zu diesem Rastplatz, am Wasser, lagerte immer eine große Nomadensippe, die uns das wirkliche Nomadenleben plastisch vor Augen hielt. DER PLATZ WAR LEER. Entweder hat auch diese Sippe die Wanderung aufgegeben, oder aber hat sich ganz abseits in die Berge verzogen, oder (wir hoffen es) sie waren noch nicht so weit gekommen, weil es ein ausgesprochenes Regenfrühjahr war und überall üppig grün. Hoffen wir darauf, dass wir unsere Sippe hier im nächsten Jahr wiederfinden werden. Weiter ging es bergauf. KEINE Nomaden waren zu sehen, statt dessen wandert die Agrarwirtschaft immer weiter die Berge hinauf. Dort wo sonst kahle Berge waren, ist der Weinrebenanbau in einer Dimension vorangetrieben worden, die manchen Winzer in Europa schlaflose Nächte bereiten wird, wenn denn irgendwann in absehbarer Zeit aus den Trauben aus den jetzt NUR(?) Essig und Rosinen gewonnen werden, Wein wird. Wir kennen ja bereits Shiraz-Wein, den wir mit großem Erfolg bei unseren Events einsetzen. Hier kommt die älteste Kulturrebe her, hier gehört sie hin und von hier wird bald wieder einer der besten Weine kommen.

Die Passhöhe war erreicht und uns bot sich ein ungeheurer, anmutendes Bild. Frühjahr in den Bergen. Wo in wenigen Wochen nur noch Dürre sein wird, ausgenommen im bewässerten Bereich, grünte und blühte es jetzt – aber auch hier suchten wir vergeblich nach unseren Nomaden. Für uns besonders traurig war eine Nachricht, dass unsere hübscheste Nomadin, die schon viele unserer Marketing-Maßnahmen verschönt hat, einen schrecklichen Unfall erlitten hatte, bei dem ihre Haut zu 40% verbrannt ist. Entsprechend gespannt war die Stimmung in diesem Dort, wo sonst immer Raum für Spaß und vielerlei Spannung war. Hoffen wir, dass unsere Nomadin den Unfall gesundheitlich einigermaßen überlebt und wir das Glück haben, sie im nächsten Jahr wiederzusehen.

Überall auf den Knüpfstühlen waren jetzt aber neue Teppiche in Arbeit. Ganz besonders froh waren wir darüber, dass jetzt auch wieder mit der Produktion von neuen JANIHALI® -Stücken begonnen worden war, diese Semi-Klassiker erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Noch nie in den letzten Jahren hatten wir das Glück, zu einem Zeitpunkt in den Bergen zu sein, um die Schafwäsche zu erleben. Diesmal hatten wir Glück. An einem Bach mit viel Wasser standen etliche Männer im Bach und wuschen die Schafe, eins nach dem anderen, denn die Zeit für die Schafschur war gekommen. Der ganze Dreck des Winters wurde den Schafen hier ausgewaschen und jetzt kann mit der Herstellung des Buches „Vom Haar zum Findling® begonnen werden. In diesem Buch soll den Beschäftigten im Consulat des Teppichs® dokumentiert werden, wie vielfältig und kompliziert der Ablauf in der Herstellung unserer Nomadenteppiche ist, die sich doch so ganz von aller der Massenware unterscheiden. Auch soll dem Verbraucher damit dokumentiert werden, dass es sich bei unseren Findlingen® und Bodenschätzen© eben nicht um Massenware, sonder Stück für Stück um Unikate handelt, die einen vielfältigen Prozess in der Herstellung durchlaufen. So kann auch der Preis dokumentiert werden. Das Buch soll bis zu kommenden Domotex fertig sein.

Beim Nachtpicknick – wieder war uns der Sternenhimmel ganz nah – fiel der Ausspruch, diese Reise ist für uns eine Sternstunde. Am nächsten Morgen kam unser Scout in dieser Gegend mit froher Kunde. Er hatte eine große Anzahl von Nomadensippen gefunden, die sich in ein großes, abgelegenes Seitental begeben hatten, um dem Kontakt mit Touristen und Sesshaften auszuweichen.

Also ging es in die Jeeps und los. Nach gut 2 Stunden Fahrt sahen wir sie dann. Zelte um Zelte, einzeln in Gruppen, Zehntausende von Schafen, Eseln, Mulis und immer wieder Zelte.Eine wahrhaft „paradiesische“ Gegend für Nomaden, grün über grün, Wasser über Wasser, das pralle Leben. Aber wieder etwas fiel uns auf. Die schwarzen Zelte der Nomaden gehen verloren. Mehr als 70% aller Zelte sind naturfarben und Hauszelte, die klassische Zeltform aus Ziegenhaar geht verloren. Natürlich sind die neuen Zelte billiger, leichter aufzubauen und auch wetterfester, aber nach 4 Jahren der Benutzung sind es nur noch Fragmente. Spontan beschlossen wir, unsere „Eigenmarke BLACK TENT®“ neu aufleben zu lassen, zumal wir bei unseren Wandernomaden zahlreiche Findlinge® entdecken konnten, zwar erst 5-10 cm fertig, die aber schon jetzt den ganzen Reiz der fertigen Stücke darstellten.

Die Menschen, die wir hier erleben konnten, sind der Hauptgrund für unsere Tätigkeit. Bewahrung der Kultur, so lange es geht und das aus voller Überzeugung und mit der ganzen Kraft, die uns zur Verfügung steht. Die Suche nach unseren Nomaden hatte viel Zeit gekostet – nach einem letzten Duche (Jogurt mit Wasser und Kräutern), trotz aller Bedenken, ging es zurück in Richtung Shiraz, vorbei an Hunderten von Zelten. In diesem Tal werden unsere Nomaden sicherlich noch lange überleben können. Wir kommen wieder.

Eine rasante Fahrt führte uns zurück nah Shiraz, wo wir den Abendflug nach Isfahan nahmen, um den IRAN-Erstreisenden, die Vielfältigkeit vor Augen zu führen. Wenn auch Isfahan-Teppiche momentan nicht so hoch in Kurs stehen, sollte doch jeder im Handel tätige, auch über Isfahan Bescheid wissen. Die Zeit in Isfahan war ausgefüllt mit vielfältigen Kontakten. Der Iran verändert sich in Isfahan offensichtlich mit der größten Geschwindigkeit. Wir trafen auf fröhliche, junge Menschen, die uns mit aller Offenheit begegnet sind. Wir haben viele Kontakte knüpfen können und bei einem Mittagsessen in Djolfa auch die Vielfältigkeit der dortigen Küche kennenlernen dürfen.

Isfahan war ein Erlebnis.

Der letzte Tag dieser Reise stand ganz im Zeichen der Selection unserer Findlinge® und Bodenschätze©. Zunächst ein Besuch in der Wäscherei, um auch hier noch einmal den Erstreisenden, alle Eindrücke und Einzelheiten der Fertigungsstufen zu vermitteln. Das Ergebnis der mehrfachen „Findungsreisen“ eines Jahres spiegelt sich dann in der Präsentation im Fertigwarenlager wieder, wo alle Kolleginnen und Kollegen dann nach Herzenslust absortieren konnten.

Die ersten Ideen für die Herbstwerbung 2005 „ FARBRAUSCH DER WÜSTE“ wurden gesichtet und besprochen.

Sternstunden – so war das Fazit nach diesen beiden Reisen – haben wir im Iran erlebt. Selbst diejenigen unter uns, die regelmäßig auf diesen Reisen dabei sind, bekommen nie genug an Eindrücken und Erfahrungen.
Also, tun wir alles, um dem Verbraucher die „Geheimnisse der Findlinge© und Bodenschätze©“ vor Augen zu führen.

Nach 8 Tagen ging mit der Ankunft in Frankfurt eine spannende Reise zu Ende.

Neben den regelmäßigen Findungs- und Kontrollreisen wird für 2005 eine Tour zu den Ghasghai- UND Bachtiar-Nomaden vorbereitet. Diese Reise wird Mitte-Ende April 2005 stattfinden und Interessenten können sich ab sofort dazu anmelden.

Herten

18.Mai 2004