Sternstunden im wahrsten Sinne des Wortes haben wir auf
den diesjährigen Frühjahrsreisen zu unseren
Freunden im Süd-Iran erlebt.
Insgesamt 15 Kollegen/innen begeleiteten mich auf 2 Reisen
März und Mai.
Zunächst ging es in den Süden, ganz weit weg
von der Zivilisation, wo wir unsere Freunde, die Bahluljs
gefunden haben.
Dort im heißen Süden, wo es bis zu
50 und mehr Grad heiß wird im Sommer hat
der Staat versucht, den Nomaden Häuser zur Sesshaftwerdung
anzubieten leider (ich sage Gott sei Dank) haben
die Nomaden das Angebot abgelehnt und wandern weiter durch
das weite Land, immer auf der Suche nach saftigen Weiden
für die Tiere. Dadurch ist der Ideen-Nachschub für
unsere Findlinge® und Bodenschätze© weitgehend
sichergestellt.
Ein Nomadenlager am Wegesrand mit einem Schulzelt
der beste Beweis für eine Grundversorgung in der
in der schulischen Versorgung.
Wasser Quelle allen Lebens - steht Ihnen in dieser
Region ausreichend zur Verfügung. Ihr Leben in der
freien Natur spiegelt sich in ihrer Freundlichkeit und
einer ganz besonders farbintensiven Kleidung wieder und
was für uns natürlich besonders wichtig ist,
in den schönsten Findlingen® der ganz besonderen
Art.
Als ich vor 2 Jahren erstmals in dieser Gegend war, war
ich der 1. Europäer, gar Ausländer, der jemals
seinen Fuß hierher hatte setzen können. Dafür
war und bin ich besonders dankbar.Unsere Qualität
SARIHALI©, an dieser Stelle vor 2 Jahren
geboren, hat sich zu einem Nischenartikel der ganz besonderen
Art entwickelt. Die Vielfarbigkeit kein Alltagsartikel
ist hier von ausschlaggebender Bedeutung. Überwiegend
Nomadenmaße sind in der Produktion und
kommen Stück für Stück zu uns. Für
uns war schon im März die Temperatur einfach zu hoch
und mehrere Tage hätten wir es dort nicht aushalten
können.Der ganze Segen der Bahluljs wird den Teppichen
durch eine kurze Wäsche in Fließendwasser mitgegeben
ein besonderes Geheimnis, auf das wir besonders
stolz sind.
Im Norden den Zagros-Bergen war es noch
sehr kalt ein völliger Gegensatz. Es war wenige
Tage vor Nouruz und so konnten wir eine Fülle von
fertigen Teppichen die für uns in Arbeit waren von
den Stühlen herunternehmen immer ein besonderes
Erlebnis. Überrascht waren wir in einem Haus, als
wir den Titelteppich für unsere Herbstwerbung von
Knüpfstuhl heruntergenommen hatten unterhalb
des Teppichs hatten sich im gleichen Muster die Farbverläufe
des Original-Teppichs angesammelt also fast ein
Zweitstück. Wir konnten besonders nah erleben, wie
wichtig der richtige Handhabung des Abschneidens eines
Teppichs vom Stuhl ist nicht glatt und durch, sondern
nach ganz besonderer Methode. Freundlich wurden wir aufgenommen
und schon traditionell gingen wir zu einem Abendpicknick
in der Berge, wo wir wieder einmal einen Sternenhimmel
erleben durften, wie wir ihn in Europa wohl nur noch hoch
im Gebirge erleben können. Hier, wo kein Licht den
Blick stört, war einstmals unser Motiv Sternenhimmel
entstanden und spontan verabredeten wir, dass wir einen
neuen Sternenhimmel produzieren lassen werden. Das, was
sich über die letzten Monate an Findlingen® angesammelt
hatte, konnten wir nach einem Abstecher nach Isfahan,
wo wir eine neue Knüpfidee auf den Stühlen bewerten
konnten, in Teheran begutachten, absortieren und eine
erste Selektion für den Herbstprospekt 2005 in Angriff
nehmen.
Nach 10 Tagen ging eine erfolgreiche Reise zu Ende. Unsere
Freunde aus Luxemburg, Belgien und Deutschland hatten
das, gefunden, was sie gesucht hatten. Gestärkt mit
neuen Ideen und Eindrücken ging es zurück an
die harte Alltagsarbeit.
6 Wochen später nach den Nouruz-Fest ging
es wieder los diesmal mit einer Deutsch/Schweizerischen
Kollegengruppe.
Nach der Ankunft in Shiraz eigentlich immer erst
eine Fahrt zu unserem Dromedar LISA mussten wir
umdisponieren, weil die Pflegefamilie von LISA sesshaft
geworden ist und die Wanderung aufgegeben hat. Es war
uns nicht gelungen, den Aufenthalt von LISA (sofern sie
denn noch leben sollte) ausfindig zu machen. Also widmeten
wir uns am ersten Tag der Kultur und der Färberei,
um uns die Geheimnisse des Erfolges unserer Findlinge®
vor Augen zu führen.
Erstmals konnten wir die Indigo-Färberei erleben
und so sehen, welche Geheimnisse in der Kunst des Naturfärbens
liegen. Nach einer guten Nacht ging es dann auf in die
Berge des Zagros. Hier erlebten wir eine Situation, die
zu befürchten gewesen war. Nach gut 2 Stunden Fahrt
machten wir Rast an einem Platz, der uns jährlich
aufnimmt. Inder direkten Nähe zu diesem Rastplatz,
am Wasser, lagerte immer eine große Nomadensippe,
die uns das wirkliche Nomadenleben plastisch vor Augen
hielt. DER PLATZ WAR LEER. Entweder hat auch diese Sippe
die Wanderung aufgegeben, oder aber hat sich ganz abseits
in die Berge verzogen, oder (wir hoffen es) sie waren
noch nicht so weit gekommen, weil es ein ausgesprochenes
Regenfrühjahr war und überall üppig grün.
Hoffen wir darauf, dass wir unsere Sippe hier im nächsten
Jahr wiederfinden werden. Weiter ging es bergauf. KEINE
Nomaden waren zu sehen, statt dessen wandert die Agrarwirtschaft
immer weiter die Berge hinauf. Dort wo sonst kahle Berge
waren, ist der Weinrebenanbau in einer Dimension vorangetrieben
worden, die manchen Winzer in Europa schlaflose Nächte
bereiten wird, wenn denn irgendwann in absehbarer Zeit
aus den Trauben aus den jetzt NUR(?) Essig und Rosinen
gewonnen werden, Wein wird. Wir kennen ja bereits Shiraz-Wein,
den wir mit großem Erfolg bei unseren Events einsetzen.
Hier kommt die älteste Kulturrebe her, hier gehört
sie hin und von hier wird bald wieder einer der besten
Weine kommen.
Die Passhöhe war erreicht und uns bot sich ein ungeheurer,
anmutendes Bild. Frühjahr in den Bergen. Wo in wenigen
Wochen nur noch Dürre sein wird, ausgenommen im bewässerten
Bereich, grünte und blühte es jetzt aber
auch hier suchten wir vergeblich nach unseren Nomaden.
Für uns besonders traurig war eine Nachricht, dass
unsere hübscheste Nomadin, die schon viele unserer
Marketing-Maßnahmen verschönt hat, einen schrecklichen
Unfall erlitten hatte, bei dem ihre Haut zu 40% verbrannt
ist. Entsprechend gespannt war die Stimmung in diesem
Dort, wo sonst immer Raum für Spaß und vielerlei
Spannung war. Hoffen wir, dass unsere Nomadin den Unfall
gesundheitlich einigermaßen überlebt und wir
das Glück haben, sie im nächsten Jahr wiederzusehen.
Überall auf den Knüpfstühlen waren jetzt
aber neue Teppiche in Arbeit. Ganz besonders froh waren
wir darüber, dass jetzt auch wieder mit der Produktion
von neuen JANIHALI® -Stücken begonnen worden
war, diese Semi-Klassiker erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Noch nie in den letzten Jahren hatten wir das Glück,
zu einem Zeitpunkt in den Bergen zu sein, um die Schafwäsche
zu erleben. Diesmal hatten wir Glück. An einem Bach
mit viel Wasser standen etliche Männer im Bach und
wuschen die Schafe, eins nach dem anderen, denn die Zeit
für die Schafschur war gekommen. Der ganze Dreck
des Winters wurde den Schafen hier ausgewaschen und jetzt
kann mit der Herstellung des Buches Vom Haar zum
Findling® begonnen werden. In diesem Buch soll den
Beschäftigten im Consulat des Teppichs® dokumentiert
werden, wie vielfältig und kompliziert der Ablauf
in der Herstellung unserer Nomadenteppiche ist, die sich
doch so ganz von aller der Massenware unterscheiden. Auch
soll dem Verbraucher damit dokumentiert werden, dass es
sich bei unseren Findlingen® und Bodenschätzen©
eben nicht um Massenware, sonder Stück für Stück
um Unikate handelt, die einen vielfältigen Prozess
in der Herstellung durchlaufen. So kann auch der Preis
dokumentiert werden. Das Buch soll bis zu kommenden Domotex
fertig sein.
Beim Nachtpicknick wieder war uns der Sternenhimmel
ganz nah fiel der Ausspruch, diese Reise ist für
uns eine Sternstunde. Am nächsten Morgen kam unser
Scout in dieser Gegend mit froher Kunde. Er hatte eine
große Anzahl von Nomadensippen gefunden, die sich
in ein großes, abgelegenes Seitental begeben hatten,
um dem Kontakt mit Touristen und Sesshaften auszuweichen.
Also ging es in die Jeeps und los. Nach gut 2 Stunden
Fahrt sahen wir sie dann. Zelte um Zelte, einzeln in Gruppen,
Zehntausende von Schafen, Eseln, Mulis und immer wieder
Zelte.Eine wahrhaft paradiesische Gegend für
Nomaden, grün über grün, Wasser über
Wasser, das pralle Leben. Aber wieder etwas fiel uns auf.
Die schwarzen Zelte der Nomaden gehen verloren. Mehr als
70% aller Zelte sind naturfarben und Hauszelte, die klassische
Zeltform aus Ziegenhaar geht verloren. Natürlich
sind die neuen Zelte billiger, leichter aufzubauen und
auch wetterfester, aber nach 4 Jahren der Benutzung sind
es nur noch Fragmente. Spontan beschlossen wir, unsere
Eigenmarke BLACK TENT® neu aufleben zu
lassen, zumal wir bei unseren Wandernomaden zahlreiche
Findlinge® entdecken konnten, zwar erst 5-10 cm fertig,
die aber schon jetzt den ganzen Reiz der fertigen Stücke
darstellten.
Die Menschen, die wir hier erleben konnten, sind der
Hauptgrund für unsere Tätigkeit. Bewahrung der
Kultur, so lange es geht und das aus voller Überzeugung
und mit der ganzen Kraft, die uns zur Verfügung steht.
Die Suche nach unseren Nomaden hatte viel Zeit gekostet
nach einem letzten Duche (Jogurt mit Wasser und
Kräutern), trotz aller Bedenken, ging es zurück
in Richtung Shiraz, vorbei an Hunderten von Zelten. In
diesem Tal werden unsere Nomaden sicherlich noch lange
überleben können. Wir kommen wieder.
Eine rasante Fahrt führte uns zurück nah Shiraz,
wo wir den Abendflug nach Isfahan nahmen, um den IRAN-Erstreisenden,
die Vielfältigkeit vor Augen zu führen. Wenn
auch Isfahan-Teppiche momentan nicht so hoch in Kurs stehen,
sollte doch jeder im Handel tätige, auch über
Isfahan Bescheid wissen. Die Zeit in Isfahan war ausgefüllt
mit vielfältigen Kontakten. Der Iran verändert
sich in Isfahan offensichtlich mit der größten
Geschwindigkeit. Wir trafen auf fröhliche, junge
Menschen, die uns mit aller Offenheit begegnet sind. Wir
haben viele Kontakte knüpfen können und bei
einem Mittagsessen in Djolfa auch die Vielfältigkeit
der dortigen Küche kennenlernen dürfen.
Isfahan war ein Erlebnis.
Der letzte Tag dieser Reise stand ganz im Zeichen der
Selection unserer Findlinge® und Bodenschätze©.
Zunächst ein Besuch in der Wäscherei, um auch
hier noch einmal den Erstreisenden, alle Eindrücke
und Einzelheiten der Fertigungsstufen zu vermitteln. Das
Ergebnis der mehrfachen Findungsreisen eines
Jahres spiegelt sich dann in der Präsentation im
Fertigwarenlager wieder, wo alle Kolleginnen und Kollegen
dann nach Herzenslust absortieren konnten.
Die ersten Ideen für die Herbstwerbung 2005
FARBRAUSCH DER WÜSTE wurden gesichtet und besprochen.
Sternstunden so war das Fazit nach diesen beiden
Reisen haben wir im Iran erlebt. Selbst diejenigen
unter uns, die regelmäßig auf diesen Reisen
dabei sind, bekommen nie genug an Eindrücken und
Erfahrungen.
Also, tun wir alles, um dem Verbraucher die Geheimnisse
der Findlinge© und Bodenschätze©
vor Augen zu führen.
Nach 8 Tagen ging mit der Ankunft in Frankfurt eine spannende
Reise zu Ende.
Neben den regelmäßigen Findungs- und Kontrollreisen
wird für 2005 eine Tour zu den Ghasghai- UND Bachtiar-Nomaden
vorbereitet. Diese Reise wird Mitte-Ende April 2005 stattfinden
und Interessenten können sich ab sofort dazu anmelden.
Herten
18.Mai 2004